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Schönberg, kleiner Jurahügel!
Anmutig säumst du diese Stadt.
Bist Bergwichtlein nur geblieben
wohl nach des Schöpfers weisem Rat.
Streckst das Haupt nicht in die Wolken,
nicht hoch, wie mancher Gernegroß.
Duckst bescheiden dich zur Erde.
Gut ruht es sich auf ihrem Schoß.
Wölbst die Brust, dass Felder, Fluren
sich sätt´gen an des Himmels Licht.
Und den Menschen, die da wohnen,
der Frohsinn aus den Augen spricht.
Lädst die Leidenden zur Heilung
in jenes Samariterhaus,
wo die kund´gen Ärzte walten
und fromme Frau´n, tagein, tagaus.
Lockst den Wand´rer auf den Gipfel,
zu schauen die Tanggrindlau:
Schama, ´kircha, ´kreith, ´riad,
Klinga 1)
und mittendrin im Grün „Hembau“.
Rathaus, Schloss, Propstei und Kirche
samt ihrem ranken Zwiebelturm,
Straßenfluchten, stille Winkel
erobern ihm das Herz im Sturm.
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Ist er, scheint mir´s, doch
kein Fremder,
dem du enthüllst der Heimat Pracht,
da vor Freud´ ihm quillt die Träne
und er aus vollem Herzen lacht.
Horch, nun harft es süße Weisen,
der Windgott Äclus schalmeit.
Ringsum weckend Wunderblumen,
strahlt Phöbus mächtig weit und breit.
„Schönberg, teurer“, ruft der
Wand´rer,
„Belmont´, wie bist du mir vertraut,
sonn´ger, sanfter Heimathügel!
Hier fand und führt´ ich heim die Braut.“
Und es rauschten rasch vorüber
Die stillen Jahre Glücks am Ort.
Doch wie konnte es geschehen,
dass ihm das Schicksal raubt den Hort?
Sinnend stand er starrt ins Weite ...
Und als er Abschied nahm vom Zwerg,
schwang sich empor ein Vogel.
Indes, der Hügel wuchs zum Berg.
1) = Hohenschambach, Aichkirchen,
Langenkreith, Kollersried, Klingen.
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